Theos Geschichte
Ich bin der tolle Theo.
Jeden Morgen, wenn sich meine Knöpfe öffnen, warte ich auf die warmen Hände, die mich aus meinem Bett holen. Mama und Papa freuen sich immer, wenn ich sie anstrahle und der glücklichste Junge auf der Welt bin. So beginnt ein neuer, toller Tag.
In meinem Leben scheint fast immer die Sonne – selbst dann, wenn es draußen stürmt und regnet. Ich bin glücklich, auf der Welt zu sein, und genieße jeden Tag. Am wichtigsten ist mir, dass Mama, Papa, meine kleine Schwester und Tante Andrea bei mir sind. Mein kleines Rudel, in dem ich mich sicher und geborgen fühle.
Manchmal machen sich Mama und Papa Sorgen um mich. Das verstehe ich nicht immer. Ja, ich bin nicht der stärkste Junge, nicht der klügste, und vor allem in den kalten Wintermonaten werde ich oft krank. Dann nerven mich diese blöden Viren, und ich muss häufiger ins Krankenhaus, damit es mir wieder besser geht. Aber dafür kann ich doch nichts. Ich bin, wie ich bin – und mir gefällt meine Welt. Ist es nicht das Wichtigste im Leben, glücklich zu sein? Und genau das bin ich.
Im Krankenhaus höre ich oft viele Worte über Krankheiten und über das ReNU-Syndrom. Ich glaube, dabei geht es manchmal um mich. Vielleicht habe ich genau dieses Syndrom – das wäre schon ein großer Zufall. Aber ehrlich gesagt merke ich davon nichts, und deshalb ist es mir egal. Viel lieber denke ich ans Schaukeln und Baden, an meine Bälle im Bällebad, meine TutTut-Autos, meine Unkaputtbarbücher oder an meine geliebte Schwester. Außer sie zieht mir an den Haaren – dann mag ich sie kurz nicht so gern.

Es gibt auch Tage, an denen ich mich sehr müde und verloren fühle. Das sind komische Gefühle, die ich mir nicht erklären kann, weil ich doch so gerne glücklich bin. In solchen Momenten ist mein Rudel immer für mich da und kümmert sich liebevoll um mich. Das gibt mir viel Kraft, und ich gebe mein Bestes, diese Kraft zurückzugeben.

Natürlich gibt es noch viel mehr über mich zu erzählen. Ich trage eine Professoren-Brille, nehme mir viel Zeit fürs Essen und spiele mit meinem Besteck gerne Weitwurf. Jede Woche treffe ich viele Freunde, verreise gern – und bald kann ich vielleicht sogar laufen.
Reden kann ich noch nicht, und vielleicht werde ich es auch nie können. Das ist schade, aber wir haben dafür eine Geheimsprache entwickelt. Alle müssen erraten, was ich denke, und wenn ich Lust habe, gebe ich Hinweise. Das mache ich nur selten – es soll ja eine Herausforderung bleiben. Das ist ziemlich witzig. Solltet ihr auch mal ausprobieren.
Vor allem aber liebe ich meine Familie. Und ich weiß, dass ich sehr geliebt werde. Ich glaube, das ist der Grund, warum ich so glücklich bin. Ich wünschte, alle könnten die Welt einmal mit meinen Augen sehen. Dann hätten wir gemeinsam eine richtig gute Zeit.
Euer toller Theo
